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Die Bildung von hochtoxischem und übel riechendem H2S-Gas (Hydrogensulfid) stellt ein großes Problem in Abwassersystemen dar. Das Nutriox-Konzept von Yara ist hier marktführend und basiert auf der kontrollierten Dosierung einer Nitratlösung.
Data Respons wurde als Partner gewählt, da alle Bedürfnisse in Bezug auf Funktion, physische Anforderungen und Lieferung des Prozesssteuerungssystems erfüllt werden konnten.
– Data Respons wurde aus mehreren Gründen als der richtige Partner für Yara befunden. Das Unternehmen besitzt eine hohe Kompetenz sowohl in der Entwicklung von Hardware als auch Software und hat gute Lieferantenverbindungen. Dies kommt uns bei der Auswahl passender und vielfältig verfügbarer Standardprodukte zugute, sagt Jürgen Weissenberger, Application Development Manager bei Yara.
Das Nutriox-Konzept von Yara verhindert die Bildung von hochtoxischem und übel riechendem H2S-Gas. Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Yara und Data Respons ist ein anspruchsvolles Prozesssteuerungssystem, das unter extremen Umgebungsbedingungen arbeit. Daneben soll es optimale Ergebnisse liefern und den Kunden Service bieten.
Gefährliche Gase Das H2S-Gas wirkt stark korrodierend und kann erhebliche Schäden am Beton des Leitungssystems und an anderen Infrastrukturkomponenten wie Pumpen, Ventilen und Steuerungssystemen verursachen. Darüber hinaus ist das Gas hochtoxisch und explosiv. Dies führt zu gefährlichen Arbeitsbedingungen für das Betriebs- und Wartungspersonal und kann im schlimmsten Fall zu schweren Unfällen in Ballungsgebieten führen.
Das Nutriox-Konzept basiert auf einer speziell entwickelten Kalziumnitratlösung, die in Yaras Anlage in Porsgrunn, ungefähr 200 km südlich von Oslo, hergestellt wird. Diese Lösung fördert die Vermehrung von natürlichen Bakterien, die das ungefährliche Nitrogengas produzieren. Eine kontrollierte Dosierung dieser Chemikalie in das Abwassersystem verhindert effektiv die Bildung von Hydrogensulfid und entfernt gleichzeitig das Hydrogensulfid, das sich bereits gebildet hat. Durch die Hemmung der Vermehrung der anaeroben Bakterien, die für die Bildung des giftigen Hydrogensulfidgases verantwortlich sind, wird das Vorkommen von Hydrogensulfid und septischer Zustände verhindert. Die Dosierung verändert die bakteriologische Zusammensetzung sowohl im Abwasser als auch in der Schlammschicht in den Abflussrohren.
Internationaler Wettbewerb Nach einigen Jahren Erfahrung mit den Dosiereinheiten wollte Yara Betrieb und Leistung verbessern. Sowohl die Hardwareplattform als auch das Betriebssystem waren veraltert, und Yara musste die RoHS-Richtlinie ( Restriction Of Hazardous Substances) berücksichtigen, die am 1. Juli 2006 in Kraft tritt. Yara wollte sowohl die Entwicklung als auch die Lieferung des Produkts aus einer Hand. “Wir waren sehr über die hohe Priorität erfreut, die uns bei Data Respons zugestanden wurde, und wünschten uns ein Lieferantenverhältnis auf lange Sicht”, sagt Anette Æsøy, Leiterin der Industrieentwicklungsabteilung bei Yara. “Darüber hinaus war es eine unabdingbare Anforderung, dass unser Partner in dieser Sache ISO-zertifiziert ist”, ergänzt sie.
Data Respons war bei Yara schon vor der Vereinbarung über die engere Zusammenarbeit bezüglich der Leistungsverbesserung des Dosierungssystems ein etablierter Partner im Bereich Programmentwicklung, und letztendlich wurde Data Respons der Hauptlieferant für die komplette Lösung. “Dies war keine Kreismeisterschaft in Kongsberg, sondern eine Weltmeisterschaft”, sagt Terje Løver Andersen, Key Account Manager bei Data Respons. Wir haben bei Yara das Vertrauen gegen eine internationale Konkurrenz gewonnen. Dies zeigt, dass die Nähe zum Kunden ein Wettbewerbsvorteil ist, der genauso wichtig ist wie Kompetenz und Ausführungsvermögen.
Umfassende Zusammenarbeit In einem engen Dialog zwischen Yara und Data Respons wurde eine neue Version der Dosierungssteuerung spezifiziert und entwickelt. Data Respons hat die Verantwortung für die gesamte Systemarchitektur. Diese umfasst alle Standardkomponenten, Logik, Entwicklung von Elektronik und hardwarenaher Software, Mechanik, als auch den Zusammenbau des kompletten Systems. Im Bereich der Anwendungssoftware und dem Testen der neuen Systeme arbeiten Yara und Data Respons eng zusammen. Die eigentliche Dosierungssteuerung besteht aus einem integrierten, speziellen Rechner mit zusätzlichen I/O-Ports und einem GSM/GPRS-Modem zur drahtlosen Fernsteuerung – alles in einem Gehäuse, das für feuchte und korrosive Umgebungen geeignet ist. Das Prozesssteuerungssystem bietet Yara die Flexibilität, Regelungsalgorithmen aufgrund von Erfahrungswerten anzupassen. Durch Echtzeitmessungen von Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit, Durchflussmenge und Wasserqualität ist es jederzeit möglich, die optimale Dosierung für den Zusatz von Nutriox in das Abwasser zu bestimmen. Mit Hilfe des Modems kann ein zentraler Server mit den externen Dosiereinheiten verbunden werden.
Großes Potenzial Die Prototypen durchlaufen zurzeit harte Tests in Norwegen, den Niederlanden und in Deutschland. Das neue Dosierungssystem muss aber auch EMV-Tests für die CE-Zertifizierung und Umwelttests bezogen auf Temperatur und Feuchtigkeit durchlaufen. Es ist geplant, dass die Serienlieferung im Laufe des Sommers 2006 beginnen kann. Gerade durch das immer stärkere Augenmerk auf Gesundheit und Umwelt, sowie die ständig steigenden Anforderungen im Bereich der Abwasserbehandlung lassen die Zukunftsaussichten für das Nutriox-Konzept sehr positiv bewerten. Yara schätzt, dass das System ein großes Zukunftspotenzial besitzt, insbesondere in Europa und den USA.
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Kunde:
Yara International
Applikation:
Neues System zur Dosierungskontrolle
Marktsegment:
Other industries
Yara International:
Die frühere Landwirtschaftsabteilung
von Norsk Hydro, Hydro Agri, wurde
2004 als eigene Gesellschaft ausgegliedert
und unter dem Namen Yara International
ASA an der Börse notiert. Yara
ist das weltweit führende Unternehmen
im Bereich Pflanzenernährung mit
einem Umsatz von 46 Milliarden NOK
in 2005 und verkauft Mineraldünger
in mehr als 120 Länder. Yara Industrial
produziert und verkauft Gase und Chemikalien
an die Industrie in Norwegen
und weltweit.
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